Wenn man in seinem Unternehmen Gefahrgut hat, egal ob in fester oder in flüssiger Form, so muss man hier unter Umständen eine Vielzahl von speziellen Regelungen beachten. Schließlich können von Gefahrgut eine Vielzahl an Gefahren ausgehen. Sei es durch Dämpfe und Gase auf die Gesundheit, aber auch in Sachen Brand- und Explosionsschutz. Und natürlich kann es durch das Auslaufen von Gefahrstoffen, auch zu weiteren Gefahren kommen, so zum Beispiel für das Wasser. Insbesondere wenn die Flüssigkeiten in die Kanalisation laufen können. Was man hier jetzt an Vorschriften im Zusammenhang mit der Lagerung von Gefahrgut beachten muss, kann man im nachfolgenden Artikel erfahren.

Eine Vielzahl an Unterschieden bei der Lagerung

Transport von Gefahrgut
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Wenn es um die Lagerung von Gefahrgut geht, so kommen hier verschiedene Vorschriften zur Anwendung. In diesen Vorschriften, wie Technische Regel Gefahrstoffe (kurz TRGS), werden Anforderungen formuliert. So zum Beispiel wie die ordnungsgemäße Lagerung zu erfolgen hat, aber auch was für Sicherheitsmaßnahmen im Einzelfall ergriffen werden müssen. Im Zusammenhang mit der Lagerung von Gefahrgut muss man wissen, ein vorhandenes Gefahrgut, führt nicht automatisch auch zur Notwendigkeit von Sicherheitsmaßnahmen.

Gerade im Zusammenhang mit der Lagerung kommt es nämlich darauf an, was für eine Menge man lagert. Das Zauberwort lautet hier: Kleinmengenregelung. Diese Kleinmengenregelung findet man in der TRGS 510. Die Kleinmenge liegt hier derzeit bei 1500 kg, bei derer man keine speziellen Sicherheitsmaßnahmen ergreifen muss. Wobei man in diesem Zusammenhang aufpassen muss. So gilt diese Kleinmenge nicht bei jedem Gefahrstoff. Vielmehr kommt es hier darauf an, um was für einen Gefahrstoff es sich handelt. Hier kann es zu Abweichungen bei den Mengenbegrenzungen kommen.

Bei brennbaren Flüssigkeiten liegt die Kleinmenge bei 1000 kg. Und handelt es sich um leicht entzündbare Flüssigkeiten als Gefahrstoff, so dürfen hier sogar nur 20 kg als Kleinmenge ohne weitere Sicherheitsmaßnahmen gelagert werden. Wie man anhand von diesen unterschiedlichen Werten erkennen kann, muss man im ersten Schritt immer prüfen, was für eine Menge man hat und was für einen Gefahrstoff. Auch weil zum Beispiel nicht jede Gefahrstoffe gemeinsam gelagert werden dürfen.

Findet die Kleinmengenregelung Anwendung, so kann man hier auf eine Lagerung in speziellen Räumlichkeiten oder Sicherheitsschränken verzichten. Selbst wenn aber die Kleinmengenregelung bei der Lagerung von Gefahrgut greift, so gelten trotzdem in Sachen Sicherheit bestimmte Grundsätze, die man unbedingt einhalten muss. So darf das Gefahrgut zu keiner Zeit in den Verkehrswegen, die gleichzeitig auch als Flucht- und Rettungswege dienen, gelagert werden. Ebenso nicht in Pausen- und Sanitärräumen oder in Unterkünften. Zudem muss die Lagerung vom Gefahrgut immer fachgerecht erfolgen. Das bedeutet in entsprechenden Behältnissen, die auch entsprechend beschriftet sind. Zu Verwechselungen darf es hier nicht kommen. Auch muss ein Verzeichnis der vorhandenen Gefahrstoffe bestehen und zu deren Lagerort.

Vom Gefahrgutraum bis Sicherheitsschrank

Greift die Kleinmengenregelung bei der Lagerung vom Gefahrgut nicht, so kommt hier ebenfalls die TRGS 510 zur Anwendung. In Abhängigkeit von der Menge vom Gefahrgut und deren Verwendung, erfolgt dann die Lagerung in speziellen Räumlichkeiten oder in Sicherheitsschränken. Hier gelten dann entsprechende Mindestanforderungen, so zum Beispiel an den Brandschutz. Hier kann es an die Wände und Decken, aber auch an die Türen Anforderungen an den Feuerwiderstand geben. An eine Überwachung vom Raum, zum Beispiel mittels Brandmelder und das Vorhandensein von Brandbekämpfungseinrichtungen. Hier kann die Bandbreite vom einfachen Feuerlöscher mit einem passenden Löschmittel, bis hin zu einer Löschanlage reichen.

Damit es zu keiner Dampfbildung oder explosiven Gasen während der Lagerung kommen kann, gibt es zudem noch Anforderungen an die Belüftung von einem solchen Lager. Weitere Sicherheitsaspekte betreffen noch die Notwendigkeit von Körper- und Augenduschen sowie an einen Schutz, damit vorhandene Flüssigkeiten nicht auslaufen können. Das gilt gerade auch im Brandfall, hier ist je nach Gefahrstoff eine Löschwasserrückhaltung erforderlich. Was und in welchem Umfang letztlich notwendig ist, hängt immer vom Einzelfall ab. Wie man aber anhand der Ausführungen erkennen kann, ist die Bandbreite der Vorschriften und insbesondere der eventuell notwendigen Sicherheitsmaßnahmen sehr groß, die bei der Lagerung von Gefahrgut notwendig sein kann.

Weitere Vorschriften können zur Anwendung kommen

Abseits von Vorschriften wie Technische Regeln für Gefahrstoffe, kann es im übrigen noch weitere Vorschriften geben, auf die man achten muss bei der Lagerung von Gefahrgut. Gerade je nachdem wie die Lagerung vom Gefahrgut erfolgt. Erfolgt diese zum Beispiel in Regalen, kann hier eine regelmäßige Regalprüfung notwendig sein. Bei der unter anderem die Standsicherheit der Regale geprüft wird.